geschlampt. trotzdem: frohes fest!

By landeplatzderengel

Ich habe geschlampt, war nicht fleißig hier. Schande auf des Bloggersschlampenhaupt. Aber ich habe Ausreden parat. Wäre ja kein Autor, wenn ich mir nicht Sachen ausdenken könnte, ha! Also eine wäre, dass ich viel auf Tour war, lesen, fürs Lesen werben und beweisen, dass die Jungs doch noch nicht verloren sind. Zum Beispiel auf einer sehr tollen Veranstaltungsreihe in und um Rietberg im Rahmen des dortigen „Ran an die Jungs“-Programms gab es eine Reihe von Veranstaltungen zur Leseförderung für Jungen. Ich war an den Hauptschulen und es hat mir großen Spaß gemacht. Den Jungs auch.

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Eine zweite Ausrede wäre meine Erkältung. Allerdings hat die mich nicht vom Glühweintrinken auf dem Märchenweihnachtsmarkt direkt vorm Hahnentor in Köln abgehalten. Okay, dann gilt diese Ausrede nicht, aber die dafür die, dass man mit Glühwein intus schlecht bloggen kann.

Eine wirklich gute Ausrede ist: Ich schreibe gerade den Weihnachtsroman, den ihr nächstes Jahr alle lesen sollt, sofern ihr ungefähr 10 Jahre alt seid oder auf ein bisschen Grusel zu Weihnachten steht.

Kostprobe? Bitte:

Der schwarze Nebel um Pepper herum lichtete sich mit jedem Schritt, den sich die singende Gestalt näherte. Wie sich die Stimmen der Jungen plötzlich im Nichts verloren hatten, bewegten sich diese Laute mehr und mehr heran. Gleichzeitig lockerte sich die beklemmende Schwere, die Pepper daran gehindert hatte, sich zu regen.
Zuerst zuckten seine Augenlider. Er musste sich an das schwache Licht gewöhnen, außerdem war es ihm, als hätte er Wochen oder gar Monate so unbewegt in der Dunkelheit gelegen. Was er sah, flimmerte in den ersten Momenten noch, dann erkannte er, dass es ein Mädchen war. Ein weißer Pelzumhang, aus dem nur ihr Kopf und die ebenfalls weiß behandschuhten Finger hervorsahen, hüllte sie ein. Hellblonde Haare strömten wie fließendes Gold über den hohen Kragen des Mantels bis fast zu ihrem Po hinab. Die Locken schimmerten so schön, weil auf ihrem Kopf eine Krone saß, ein schlichter Metallreif, in dem sieben Kerzen steckten. Sie trug eine flache silberne Schale in der Hand.
Pepper stützte sich auf die Unterarme. Ein Lächeln flog über das Gesicht des Mädchens. Sie verstummte. Nur die Glöckchen und Schellen klangen noch nach und wurden wieder lauter, als sie sprach.
»Willkommen.«
Mehr sagte sie nicht, sondern ging direkt neben ihm in die Knie. Der weiße Pelz ergoss sich um sie herum, schien in alle Himmelsrichtungen zu fließen. Der Boden um Pepper herum, die ganze Landschaft, die er nun erkennen konnte, war mit Schnee überzogen. Augenblicklich spürte Pepper die Kälte. Obschon der Schnee so pulvrig und trocken war, wie er es in Stumpleton Grove noch nie erlebt hatte, drang unter ihm die Feuchte langsam durch seine Hose.
Das Mädchen reichte ihm die Schale. Zwei dampfende Maronen lagen darauf. Sie waren überzogen mit einem durchscheinenden Sirup. »Eine Stärkung, du hast noch eine lange Strecke vor dir. Ich heiße Lucia und werde dir den Weg weisen. Nun nimm sie, bevor sie kalt werden.«
Pepper zögerte. Schließlich schüttelte er den Kopf.
»Kandierte Maronen, sie sind köstlich!«, forderte sie ihn nochmals auf.
»Kein Hunger«, sagte er. Es war die ersten Worte, die er herausbrachte und es war eine Lüge. Lucia schaute ihm in die Augen. Pepper schaute zu Boden. Er konnte diesen Blick nicht aushalten.
»Oh, wie schade!«, sagte Lucia, steckte beide Maronen in den Mund und zermalmte sie genüsslich. »Wirklich schade, so köstlich«, nuschelte sie.
Sofort knurrte Peppers Bauch ungehalten. Natürlich hatte er Hunger. Er musste an die würzige Hühnersuppe mit Sternchennudeln denken, die ihn zu Hause erwartet hätte. Seine Mutter würde sehr bald feststellen, dass Pepper nicht bei der Tante war, sondern genauso verschwunden, wie Angelina. Der Gedanke versetzte ihm einen Schlag in den Magen, der schlimmer war als aller Hunger.
Die Gestalt mit dem Lichterkranz auf dem Kopf entfernte sich schon von ihm. Schnell lief her hinterher, auf keinen Fall wollte er noch einmal in die bleierne Schwärze fallen.
»Wie heißt du?«, fragte das Mädchen ohne seine Schritte zu verlangsamen.
Wieder befiel Pepper dieses Unbehagen. Er besann sich, dass er nicht freiwillig hier war, sondern nur, weil seine Schwester hier irgendwo sein sollte. So sehr diese Lucia auch einem Engel glich, etwas beunruhigte Pepper. Sie ist fast zu kitschig, um echt zu sein, ging es ihm durch den Kopf, aber wie, zum Teufel, war er hierher gekommen und wo genau war er überhaupt? Hatte er den Adventskalender betreten? Es konnte nicht sein, wie sollte diese unendliche Weite aus Schnee in einen Kalender passen, egal wie groß dieser war! Nein, es ist alles eine alberne Geschichte von diesem Lugosi, dachte Pepper, vielleicht hat er doch etwas mit Angelinas Verschwinden zu tun.
»Willst du mir nicht antworten?«, fragte Lucia.
»Ich heiße Je-«, setzte er an, um seinen üblichen Spruch her-unterzurasseln, aber er überlegte es sich noch einmal. »Pepper, ich heiße Pepper.«
»Und weiter?«
»Nur Pepper«, antwortete er. »Alle nennen mich Pepper.«
Lucia blieb stehen und drehte sich um. Sie zog eine Augenbraue in die Höhe. »Nur Pepper, soso. Wir empfangen oft Kinder hier, die keinen Namen haben.«
Was sie damit meinte, verstand Pepper nicht, aber es schien ihm ratsam, erst einmal keine Fragen zu stellen.

Ich sag nur: Nicht alles, was wie ein Christkind aussieht, ist auch eins. Da kann es ein böses Erwachen geben… Aber dieses Jahr ist noch alles in Ordnung, also: Frohe Weihnachten!

 

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Eine Antwort zu „geschlampt. trotzdem: frohes fest!“

  1. anne sagt:

    Hühnersuppe für die Seele wünsche ich auch dir zu Weihnachten, lieber Frank :-) Auf ein produktives und erfülltes 2009! LG Anne

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