Der Begriff „Tourette“ taucht immer wieder in den Medien auf, sei es in journalistischer Form wie in SternTV, in verschiedenen Magazinsendungen, sei es in künstlerischer Be- und Verarbeitung. Jean Michel Tourette, der Sänger von „Wir sind Helden“ trägt es in seinem Namen, Cartman in der Southpark-Folge „Ein bisschen Tourette“ passt Tourette gerade gut in den Kram (Staffel 11, Folge 8), in der Serie „Ally McBeal“ kam eine Figur mit TS vor oder – vor einigen Monaten – nannten Rocko Schamoni und Jacques Palminger ihr erstmals im WDR Radio ausgestrahltes Hörspiel „Mutter Tourette und ihre Kinder„. Einen Bogen, der diese Formen der Verarbeitung und Vermarktung miteinander verbinden könnte, lässt sich nicht unbedingt finden. Aber eines bedeutet es auf jeden Fall: Eine Krankheit kommt irgendwann im „ganz normalen Wahnsinn“ (der sich ja in Kunst und Medien auch spiegelt) an. Das ist nicht immer hilfreich, manchmal sogar sehr fragwürdig (wie zum Beispiel ein Tourette-Suchmaschinen-Plugin, das wahllos koprolalische Wörter in Suchanfragen oder in Emailtexte streut), aber letztendlich auch ein Weg „Normalität“ herzustellen.
Schlagworte: Jugendbuch, Tourette-Syndrom, Landeplatz der Engel, Frank Maria Reifenberg, Landeplatz, Kunst, Medien, Southpark, Rocko Schamoni, Jean Michel Tourette
November 11, 2008 um 0:21 |
Ich denke, die meisten Menschen mit komplexen Tic-Störungen leben in der Normalität oder auch im „ganz normalen Wahnsinn“ – je nachdem wie sie sich selbst „einsortieren. Einige Wenige können sich und ihr Handicap nie akzeptieren und lamentieren … anstatt Wege zu suchen.
Wege? Darüber komme ich zum Hörspiel „Mutter Tourette und ihre Kinder“: Ein unglaublich gutes Hörspiel! Hörspiele nennt man ja auch „Kopf-Kino“ – und hier wird es seinem Namen mehr als gerecht! Hier werden nämlich viele Wege, schwierige Wege, unwegsame Wege usw. aufgezeigt – und DAS ist etwas was widerum Verbindung zu einem echten Tourette-Syndrom aufzeigt!
Leider können wenige Tourette-Betroffene sich in dieses „Kopf-Kino“ begeben, vorallem dann nicht, wenn noch ein AD(H)S an Bord ist … somit hatte der Autor eine gute Idee, die aber leider Betroffene wenig für sich umsetzen können. Einigen gelingt es, und die sind begeistert!
Ich auch – ganz ohne Tics!