Beim Schreiben kann dich der Anfang eines Romans schon um den Verstand bringen, weil die Idee, die Recherchen, die Figuren-Profile vor dir liegen und das alles sich weigert, dir einen Zugang zur Geschichte zu erlauben. Mit dem Ende – weiter Sprung in die Zukunft des Blogs
– ist es etwas anders.
Eine Frage, die mir häufiger gestellt wird. Ich habe keine Angst vor dem letzten Satz, obwohl es natürlich auch eine Kunst ist, gut aus der Geschichte rauszukommen. Mir selbst ist das beim Lesen sehr wichtig, dass ich nicht mit einem fahlen Geschmack zurückgelassen werde. Offen kann das Ende sein, aber es muss einen Ausblick bieten und das Gefühl, dass die Dinge, um die es ging, auch erzählt wurden. Dem Charakter des Landeplatzes wohnt schon fast ein offenes Ende inne: Wir steigen in die Köpfe von Fabian und Mirco ein, mit einem Knall sozusagen, gehen ein paar Tage und Nächte mit ihnen und verlassen sie wieder. Ein Ausschnitt aus zwei gar nicht so gewöhnlichen Leben, jedoch mit Fragen die sich jeder Mal gestellt hat, mehr oder weniger dringlich. Mirco drückt das auf dem Hochhaus mit aller Deutlichkeit aus. Es wird ganz klar, wie sehr ihn das umtreibt, das Tempo seiner Gedanken, der Kettensägen-Vergleich, da erleben wir ihn in einer der aufgewühltesten Momente. Aber für ihn gibt es keine „Lösung“, nicht in diesem Buch, nicht im Leben. Es wäre völlig verlogen gewesen, Fabian und Mirco ein Happy-End anzudichten. Allerdings könnten sie noch eine Menge erleben, das ist klar, alleine schon, wenn Sandra wieder auftauchen würde. Ob ich das erzählen werde irgendwann? Wer weiß es?
Natürlich beschäftigen mich die Jungs weiter, schon wegen dieses Blogs. Mehr als alle anderen Romanfiguren bisher. Und ich habe für die Verfilmung des Stoffs auch schon ein Drehbuch geschrieben, das von der Filmstiftung NRW freundlicherweise gefördert wurde. Ach ja, und das Gefühl vorm Ende des Buches: keine Angst, sondern Erschöpfung, Erleichterung und Hoffnung.
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