Mit wachem Verstand und wachem Herz, aber auch mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, gehört zum Schreiben. Auch die kleinen Dinge sehen, darauf kommt es oft an, denn die machen eine Geschichte rund. Ich war in Berlin vor ein paar Jahren, drei Monate, im Prenzlauer Berg gewohnt, um mal zu sehen, ob es denn nun alles so dolle ist mit dieser Stadt (ist es, in gewisser Weise, in anderer nicht) und das darüber in meinen Notizen gefunden:
„…ach ja und noch was ganz furchtbares: hier setzen alle ihre sofas aus, was so ein ding wirklich nicht verdient hat. was hat man auf einem sofa nicht alles gemacht und getrieben und dann einfach ab an den straßenrand damit … nicht nett!! im umkreis von hundert metern stehen hier vier so traurige dinger und eines wird an laternen per zettel für 10 euro angepriesen. fragt sich, wem’s schlechter geht, dem sofa oder dem anbieter. ich weiß, das ist gar nicht lustig, wenn einer aus not sein sofa verscherbeln muss. ich werde die legende vom weinenden sofa schreiben, das steht fest. was mit kamelen geht, geht mit sofas bestimmt auch…“
Landet wahrscheinlich einmal in einem Buch, genauso wie die Geschichten von der Eisdiele mit den Glasperlen im Boden und den nur sechs Eissorten, der writer’s corner, die keine ist, dem Protzkettchenfachhandel für Rapper und diesem und jenem.
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